Tschad: Entwicklung von Jungunternehmern

Das Tschadseebecken ist ein Süßwasserreservoire, das sich fünf Länder teilen - Kamerun, Nigeria, Niger, die Zentralafrikanische Republik und der Tschad. In den 1960er Jahren bedeckte der Tschadsee eine Fläche von 25.000 Quadratkilometern. Unter den Auswirkungen des Klimawandels, der demografischen Entwicklung und des Wettbewerbs zwischen den verschiedenen Nutzungen der Ressource (Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Energieerzeugung) hat sich diese Fläche erheblich verringert. Dieser Rückgang, der sich negativ auf Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei auswirkt, stellt eine große Bedrohung für das Wohlergehen der Bevölkerung in diesem Becken dar. Die landwirtschaftliche Produktion und der (ohnehin schon problematische) Zugang zu Nahrungsmitteln könnten in den kommenden Jahren durch den Klimawandel ernsthaft beeinträchtigt werden. Das Zeugnis von Herrn Adja Kadjila, einem Hirsezüchter aus dem Dorf Moutourwa (einem der größten Anbaugebiete der Region), ist sehr beredt - "Ich habe ohne Erfolg auf den Regen gewartet. Die Sonne hat mein ganzes Feld zerstört. Ich werde dieses Jahr sicher nicht genug Hirse haben.

Unser Projekt unterstützt die Berufsausbildung junger Menschen. Wir animieren die Jugendlichen, sich in Gruppen zu organisieren, in denen sie zu Jungunternehmern rund um Gartenkulturen und Fischerei ausgebildet werden. Das Projekt bietet in jeder Gruppe Landwirtschaftliche Schulungen im Bereich Gartenbau. Jedes Gruppenmitglied hat Zugang zu einem Stück Land, auf dem es seinen eigenen Garten anlegen kann. Das Projekt bietet eine Starthilfe (Betriebsmittel), damit jeder von ihnen seinen eigenen Bauernhof gründen kann. Für diejenigen, die an der Fischerei interessiert sind, wird in Gruppen Fischereimaterial und die Ausrüstung für die Fischverarbeitung (Trocknung) angekauft. Das Projekt bietet auch Marketingunterstützung, damit die Gruppenmitglieder ihre Produkte gemeinsam vermarkten können.

Die Begünstigten sind Gemeinden, die in 4 Regionen des Tschadseebeckens leben. Die Gesamtbevölkerung wird auf 144 493 geschätzt, von denen 25 287 Jugendliche (zwischen 15 und 24 Jahren) sind. Direkte Begünstigte sind 500 Jugendliche, die in 28 Gruppen zur Entwicklung von Jugendunternehmen organisiert werden. Es handelt sich im Wesentlichen um eine ländliche Bevölkerung mit einer geschätzten Armutsquote von 61%. Die meisten Jugendlichen in der Region haben wenig formale Bildung. Tatsächlich wird geschätzt, dass weniger als 33% der Kinder im schulpflichtigen Alter tatsächlich die Schule besuchen.

Mit dem Projekt werden insgesamt 500 Jugendliche direkt angesprochen werden, davon 420 Jugendliche, die sich für Gemüseanbau und 80 Jugendliche, die sich für Fischerei interessieren. Junge Mädchen werden etwa 20% der Gesamtzahl ausmachen. Bis zum Ende des zweiten Jahres der Projektdurchführung werden mindestens 24 funktionierende Gruppen von jungen Gemüsegärtnern innerhalb der Gemeinden des Projektgebietes gebildet. In ausgewählten Dörfern des Projektgebietes werden 10 voll funktionsfähige Ackerbauschulen im Bereich Gemüseanbau eingerichtet. Bis zum Ende der 3-jährigen Projektlaufzeit engagieren sich mindestens 500 Jugendliche im Rahmen der Youth Entrepreneurship Initiative in den Bereichen Gartenbau oder Fischerei als Unternehmer.

So gehen wir vor:

1. Organisatorische und strukturelle Stärkung von Gruppen zur Entwicklung von Jugendunternehmen:
Im zweiten Jahr werden mehrere Workshops organisiert, um ihnen zu ermöglichen, im Detail zu verstehen, worum es bei Jugendunternehmertum geht und welchen Beitrag das Projekt dazu leisten kann. Diskussion von Gruppenstatuten, Führung von Gruppenaufzeichnungen, Moderation von Gruppentreffen, Planung und Bewertung von gemeinsamen Aktivitäten, Führung eines Gruppenkontos, Entwicklung von Businessplänen, Mobilisierung von Ressourcen für Investitionen.

2. Stärkung der Kapazitäten in der Produktionstechnik:
Für die zukünftigen Gärtner wird der Aufbau von Produktionskapazitäten in den Ackerbauschulen durchgeführt. Im ersten Jahr wurden 4 Ackerbauschulen eingerichtet, die im zweiten Jahr technisch gestärkt werden. Drei weitere Ackerbauschulen werden im Lauf des zweiten Jahres in Betrieb genommen. Die Ausbildung umfasst die wichtigsten Phasen des Produktionsprozesses: Bodenauswahl und -vorbereitung, Aufbau und Pflege von Baumschulen, Verpflanzung und Pflege (Bewässerung, Jäten, Düngung, Pflanzengesundheit), Ernte. Ähnliche Schulungen werden für die Fischereigruppen angeboten - Auswahl des Fangmaterials, Fangtechniken, Verarbeitung der Fischereierzeugnisse, Lagerung der Fische.

3. Aufbau von Kapazitäten in der Verpackung und Vermarktung der Ermte:
333 junge Gärtner/Fischer werden im Bereich Sortierung und Verpackung für den Markt ausgebildet. Zur Erleichterung der Vermarktung von Erzeugnissen wird eine gemeinsame Vermarktungsstruktur organisiert und sie werden darin geschult, wie man elementare Marktstudien durchführt und die Qualitätskontrolle aufrechterhält, um die Marke der Jungunternehmer zu stärken und eine Präsenz am Markt zu gewinnen. Pläne zur Aufnahme von Geschäftskontakten sowie für die Verhandlung von Kaufverträgen mit potenziellen Kunden werden entwickelt.

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