Syrien: Grenzerfahrungen im Libanon

In allen diesen Orten hilft der Flüchtlingsdienst der Jesuiten JRS in einer immer gespannter werdenden Situation. „Wir haben als sehr kleines Land mit etwas mehr als 4 Mio Einwohnern große Gastfreundschaft für gut 2 Mio Flüchtlinge bewiesen. Wie sollen wir Schulen, Arbeit, Essen, Energie für so viele bereitstellen?“ Salman Abbas (Area Manager, BIOMIN) sieht die Not, auf die das Land zusteuert. Hilfe von außen ist unbedingt notwendig und auch eine Zukunftsperspektive.

Wir setzen auf die Weiterbildung von Frauen. Wir unterstützen Sozialzentren des JRS, in denen ihre Eigenständigkeit gefördert wird. „Allein dass wir unsere häuslichen Probleme in einem geschützten Raum miteinander besprechen können, ist eine Hilfe für uns.“ Sprachkurse, Computerkurse, Nähkurse, Friseurkurse - alles weist in Richtung einer größeren Eigenständigkeit und in Richtung Zukunft.

Wir besuchen einige Frauen in Zelten und Kellerräumen. Es ist durchwegs sauber, aber sehr einfach. Behinderte Kinder, kranke Kinder, ein kranker Ehemann – oft sind die Männer verletzt oder schon gefallen in Syrien zurückgeblieben. „Das Geld geht uns aus, wir können uns das Zimmer nicht mehr leisten. Wir machen Schulden, damit wir hier noch überleben können.“

In diesen verzweifelten Situationen richten wir mit dem JRS den Blick auf die Zukunft dieser Menschen. Für mehr als 3000 Kinder und Jugendliche ermöglicht der JRS Unterricht: vom Kindergarten bis zur 6. Schulstufe. Ich habe so viel Freude gesehen in den Augen dieser Schulkinder in einfachsten Klassenzimmern. Der Schulhof bedeutet für sie Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit. „Alle diese Kinder haben Gewalt an sich selbst erlebt oder gesehen, wie anderen unmenschliche Gewalt angetan wurde.“ Nicht nur die Kriegstraumata auch die häusliche Gewalt ist in einer Fluchtsituation allgegenwärtig.

Unsere Unterstützung der JRS-Projekte macht Sinn: Die Weiterbildung der Frauen und die Schulbildung der Kindern in dieser gespannten Fluchtsituation im Libanon eröffnen den Menschen realistische Hoffnungsszenarien.

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