Kongo: Wir haben ihr Vertrauen gewonnen

Tanzen vor Freude

Eine Gruppe Frauen tanzt und singt mitten auf dem Feldweg. Wir stoppen und steigen aus. „Willkommen in Mongata, Mama Margret!“ In immer neuen Reimen und fröhlichen Rhythmen tanzend und jauchzend heißen etwa zehn Frauen uns willkommen: „Willkommen! Ihr helft uns bei der Arbeit. Wir pflanzen Mais an, die Männer tun nichts. Wir verkaufen den Mais in Kinshasa. Danke, Mama Margret!“

Die Frauen nehmen uns in ihren Tanz auf, wir fassen uns an den Händen: „Gemeinsam sind wir stark. Niemand wird allein gelassen.“ Singend leiten sie das Spiel. Wir werden eingeladen, auf dem Feld vor dem wir stehen, eine Zeile Mais zu säen. Vor uns weitet sich ein 5 ha Feld, das mit dem Traktor zur Saat vorbereitet wurde. In der folgenden Woche wird die ganze Aussaat händisch von den Frauen gemacht werden. Die Frauen-Kooperative von Mongata ist eine der ersten Gruppen, mit denen die Farm eine Zusammenarbeit gestartet hat. Es sind meist alleinstehende Frauen, vom Mann verlassen oder selbst weggegangen, mit Kindern, alleinerziehend. Sie haben sich zusammengeschlossen und wollen so ihren Lebensunterhalt verdienen. Auf der Mongata Farm haben sie 5 ha Ackerland zur Verfügung. Was sie brauchen, können sie hier anbauen. Was sie darüber hinaus produzieren, verkaufen sie über die Farm in Kinshasa und können so Geld verdienen.

Was die Frauen aber noch besonders interessiert, ist die Schule, die gerade auf der Farm gebaut wird: Eine großartige Chance für ihre Kinder, wenn sie an der neuen Grundschule unterrichtet werden, während sie selbst am Feld arbeiten. Einige haben auch schon Interesse angemeldet, selbst lesen und schreiben zu lernen.

Schule fürs Leben

Der fröhliche Empfang durch die Frauen war eine echte Überraschung für uns. Den Rest des Weges durch den Wald gehen wir zu Fuß.

Wir erreichen den Gebäudekomplex der Farm. Das Haupthaus ist um eine Küche erweitert worden. Ein großer Lagerraum für die Ernte und ein Kühlraum sind neu errichtet worden. Die Farm wächst an Gebäuden. Aber viel mehr als das erfreut uns die Gruppe von Kindern, die uns mit ihrer Lehrerin Judith begrüßen. Es sind Szenen, wie sie sich wohl auch bei uns abspielen, wenn Ehrengäste kommen: Kinder singen ein Willkommenslied, die Lehrerin hält angestrengt die Melodie, alle Kinder schreien begeistert mit. Die Begabtesten rezitieren Gedichte auf Französisch. Blumen werden überreicht, die Kinder winken mit grünen Zweigen. Und dennoch ist es ganz anders hier. Man nimmt den Kindern und den Erwachsenen rundherum sofort ab, wie dankbar sie sind für die Chance, in die Schule gehen zu können. Wir folgen den Kindern zur Baustelle der Schule. Die Mauern stehen bereits. Die Arbeiter lassen sich gerne durch den bunten Besuch der zukünftigen Schülerinnen und Schüler und der Gäste aus Österreich unterbrechen. Die Bautruppe aus dem Nachbardorf macht alles vor Ort, die Ziegel, das Biegen der Eisen für die Fensterstürze: „Das Material ist da, bis Dezember ist der Bau abgeschlossen.“

Alles wartet darauf, mit dem Schulbetrieb zu beginnen. Ghislain ist in Verhandlung mit dem Staat und möchte, dass die Lehrer vom Staat bezahlt werden. Die Dorfgemeinschaft wird einbezogen, die Chiefs, die politische Führung und die Eltern. Hier gibt es sogar Anfragen für einen Unterricht für Erwachsene. Der Lehrinhalt soll sich nicht auf auswendig zu lernendes Wissen beschränken. Hier soll Lebensnotwendiges vermittelt werden: Wie bepflanze ich einen Garten? Wie bereitet man gesunde Nahrung zu? Hygiene und Gesundheitsvorsorge. Die Klassenzimmer sollen genauso für landwirtschaftliche Kurse genutzt werden. Rund um den Rohbau tummeln sich Enten, ein Hasenstall ist in der Nähe.

Close

erber-group.net verwendet Cookies, um die Webseite Ihren Bedürfnissen anzupassen. Durch das Weitersurfen auf der Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen Cookies akzeptieren