China: Dorfentwicklung und Sozialpartnerschaft

Früh am Morgen brechen wir auf, um diese Dörfer zu besuchen. Sie liegen alle um die Stadt Chengde, ungefähr 200 km entfernt von Peking. 71 Millionen Einwohner hat die Provinz, 54 % davon leben in Städten. Es ist eine der ärmsten Regionen Chinas.

Wasserleitung

Wir kommen ins Dorf Huangtuliang, wo wir geholfen haben, Wasser in 300 Haushalte zu leiten. Auch der Bach konnte mit unserer Hilfe reguliert werden. Das jährliche Hochwasser wird dadurch gebändigt. Die Häuser sehen halbfertig aus. Kinder spielen auf den Straßen. Bauern arbeiten mit einfachem Gerät oder gar mit Eseln auf den Feldern. Im Zentrum ein niedriger Häuserblock - nicht modern aber neu und praktisch gebaut. Hier wohnen die Beauftragten der Regierung zur Entwicklung des Dorfes. Sie werden für jeweils zwei Jahre in die Dörfer gesandt und erarbeiten mit den Bewohnern Pläne und Aktionsmöglichkeiten. Gemeinsam mit den Gemeindeverantwortlichen empfängt uns die Projektleiterin Frau Nubgjun Zhang: „Von der buddhistischen Gemeinschaft wurde die Straßenbeleuchtung finanziert. Jetzt sind wir dabei, das Wasserproblem im Dorf zu lösen. Es fehlen nur noch 10 Häuser, bei allen anderen wurde die Wasserleitung bereits installiert.“ An der Wand des Gemeindehauses prangt in Rot ein Zitat des Parteivorsitzenden und Präsidenten Xi Jinping: „Vergesst nicht anzufangen. Wir unterstützen euch.“ Wir besuchen einige Familien, die jetzt Fließwasser im Haus haben. Besichtigen den regulierten Bach. Sehen uns den Tempel am Ende des Dorfes an - eine tiefe Verneigung vor allen möglichen religiösen Bekenntnissen, Traditionen und Gefühlen.

Die Frauenvereinigung des Dorfes lädt die ganze Gruppe zu einem üppigen Mittagessen ein. Es ist ein Freudenfest. Wir verabschieden uns mit der Gewissheit, den Menschen in diesem Dorf weitergeholfen zu haben.

Tomatenproduktion

Fünf Kilometer weiter werden wir zu einer Tomatenproduktion von Nanguan gebracht. Mehr als 80 Folientunnel hat der Staat dem Dorf übergeben. Familien produzieren hier Tomaten. Wir sehen große Mengen von reifen Früchten am Boden liegen. Einige Frauen sortieren die Früchte zum Verkauf. Was fehlt ist ein Lagerhaus. Einerseits um die Arbeit mit den Tomaten, das Sortieren und Verpacken, in ein geordnetes Umfeld zu bringen, andererseits um die Ernte kühl lagern zu können. Derzeit muss sofort verkauft werden so wie geerntet wird. Der Preis ist sehr niedrig in der Saison. Lagerung würde dem Dorf ermöglichen, die Tomaten zu einem späteren Zeitpunkt mit einem höheren Preis auf den Markt zu bringen. Wir sind beeindruckt von der groß angelegten Initiative. „Hier geht es darum, neben dem Maisanbau, der eigentlich nur zu Ernährung der Familien dient, auch eine Einnahmequelle für die Familien zu erschließen.“ Erst wenn die Familien Geld haben, kann an bessere Schul- und Ausbildung für die Kinder gedacht werden, kann die Dorfstruktur verbessert werden.

Baumschule

Die Dörfer Xidigou und Changgoumen erreichen wir nach mehr als einer halben Stunde Fahrzeit. Hier ist Herr Lee die treibende Kraft. „Von unseren 200 Familien sind 82 % bitterarm. Die Maisproduktion bringt nur geringes bis gar kein Einkommen. Wir haben uns gefragt, wie können wir in unserem Bergland Einnahmequellen erschließen.“ Die ökologische Initiative des Staates, die Städte grüner zu gestalten, hat die Dorfbewohner auf eine Idee gebracht: „Wir betreiben eine Baumschule. Ziehen Kiefern und verkaufen die 3 bis 4 Jahre alten Bäumchen an Gärtnereien.“ Tatsächlich fällt in den ständig wachsenden Städten auf, dass auf Grünflächen und Alleen an den Straßen viel Wert gelegt wird. „180.000 Pflänzchen haben wir bisher gesetzt. Und nun brauchen wir nur noch warten, bis sie als Bäumchen verkauft werden können.“ Stolz führt er uns in die bergige Region ihrer Baumschule. Es ist bitterkalt, aber der Anblick erwärmt das Herz.

Es wird spät. Wir müssen zurück nach Peking. Die Männer drängen uns noch, einen Tee mit ihnen zu trinken. Wir haben das Gefühl, das Dorf, das Projekt, die Baumschule sind in guten und motivierten Händen.

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