Afghanistan: CSR ERBER Group Hilfe

Das hat gravierende Konsequenzen für alle wirtschaftlich gefährdeten Menschen. Wer ein kleines Geschäft hatte oder Waren auf einem Karren verkaufte, hat nun kein Einkommen mehr. Besonders die Taglöhner (Männer und Jugendliche) unseres Camps, die für Geschäftsleute und Märkte Waren verteilten und Lasten trugen, verlieren nun die paar Afghani, die sie damit verdienten. Die Frauen, die in der näheren Umgebung waschen und putzen gingen, dürfen das Camp nicht mehr verlassen. Die Kinder, die in den Straßen bettelten, finden die Straßen menschenleer. Die Ärmsten der Armen sind verloren.

Das CSR ERBER-Projekt mit dem Jesuit Refugee Service (JRS) in Afghanistan beinhaltet eine „Livelihood“-Komponente. Kinder, Jugendliche und Frauen, die zur Camp-Schule kommen, erhalten täglich ihre Ration Ergänzungsnahrung. Nach der Suspendierung der Programme fällt dieser Verteilungsmodus weg. Weil die Leute diese Nahrung jedoch jetzt mehr denn je brauchen, erhalten wir die Verteilung der Rationen trotz ausgesetzter Bildungsprogramme solange es geht aufrecht. Nun haben wir festgestellt, dass die lokalen Eier 100% teurer geworden sind. Wer außer Ausländern kann sich das leisten?

In Kabul suchen Rückkehrer und Binnenvertriebene (IDPs) in einer überfüllten Großstadt Zuflucht. Es mangelt an Wohnraum, Wasser, Elektrizität, sanitären Einrichtungen, Bildung, Gesundheit und Sozialhilfe. Mehr als 50 informelle Siedlungen zählt die Hauptstadt Afghanistans. Die zunehmende Migration verschlimmert die Arbeitslosigkeit und erschwert den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Kinder.

JRS unterstützt 2.420 Personen aus verschiedenen ethnischen Gruppen: Tadschiken, Hazara und Paschtunen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die aufgrund der Migration kaum Schulbildung erfahren haben, erarbeiten sich durch Alphabetisierungskurse und Lehren eine größere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Sie verdienen sich den Respekt der Nachbarn, genießen mehr Selbstständigkeit und Würde. Nicht zuletzt können sie in Afghanistan bleiben, anstatt auszuwandern. Der JRS trägt durch seine Programme zur Integration dieser Familien in eine Gemeinschaft und zu einem sichereren Leben in ihrem Heimatland bei.

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